Reisevorbereitungen 2.0

  • Sparschwein geplündert: check.
  • Sonnenbrille eingepackt: check.
  • Musik auf den iPod geladen: check.

Auf geht’s zur nächsten großen Erzählung. Die letzte ist schon zwei Jahre her… und nach der Reise an die US-Ostküste war mir klar, dass die Westküste in nicht allzu weiter Ferne folgen soll. Die weite Ferne ist nun ganz nah: nachher geht’s los.

Schon bei den letzten Reisevorbereitungen habe ich mich darüber ausgelassen, dass das digitale Packen aufwändiger ist, als das Zusammenlegen von T-Shirts und Unterhosen. Inzwischen nimmt die ganze Sache überhand. Google Maps erleichtert nicht nur die Reiseplanung, sondern verführt mich auch dazu, Routen zwecks Anzeige auf dem Smartphone enorm genau planen zu wollen. Dann automatische Suchabfragen für die Geocaches entlang dieser Route einzurichten. Schließlich die Routen in diesem Blog auf Karten anzeigen zu lassen. Dabei viel über digitale Routenformate zu lernen, wie unzulänglich diese von manchen Programmen generiert oder interpretiert werden, und wie viele Tools es gibt, die diese Unzulänglichkeiten (meist nur teilweise) ausgleichen. Nunja, Schluss mit dem Tech-Talk…

Wir fahren durch vier Bundesstaaten (zugegeben – zwei streifen wir eher). Startpunkt ist Los Angeles, und nach etwas Städte- und Küstenbummel fahren wir durch die Mojave-Wüste nach Las Vegas, von dort über die alte Route 66 zum Grand Canyon, weiter zum Monument Valley, Antelope-, Glen- und Bryce Canyon, Zion National Park, wieder über Las Vegas zum Death Valley, und dann östlich der Sierra Nevada entlang und in den Yosemite National Park, bevor es quer durch Kalifornien Richtung Big Sur, um die Bay rum ins Napa Valley und schließlich nach San Francisco geht. Alles in allem also der Klassiker der West-USA-Reisen. Google sagt: 4300km, Fahrtdauer zwei komma eins Tage. Na, dann will ich das mal glauben.

Damit mir die zwei achtunddreißig Tage nicht langweilig werden habe ich etwas klassische Reiselektüre zusammengestellt. Seitdem ich meinen ersten Wallander-Roman in Südschweden gelesen habe weiß ich, dass nichts spannender ist, als Geschichten dort zu lesen, wo sie spielen:

  • Johnston McCulley – The Curse of Capistrano (bekannt als The Mark of Zorro)
    Ein guter Start mit kalifornischen Abenteuer- und Volksheldengeschichten.
  • John Muir – My First Summer in the Sierra
    Für den szenischen Mittelteil der Reise ein Reisebericht vom Vater des Yosemite National Parks.
  • Dashiel Hammet – The Maltese Falcon
    Für das Großstadtfeeling zum Schluss die Mutter aller hard-boiled detective stories.

Als Vorgeschmack und fotografische Anregung habe ich außerdem den Meister der westamerikanischen Landschaftsfotografie bemüht:

Sehr empfehlenswert, aber nicht reisegepäcktauglich. Und im Übrigen ist es wohl auch sinnlos, einen Bildband mit dorthin zu nehmen, wo die Bilder geschossen wurden :-)

Jede Reise hat auch ihre musikalische Prägung. Ob Springsteen oder Skynyrd, Bon Jovi oder Van Halen, sie alle haben ihre Wurzeln in einem Teil Amerikas, und es macht Spaß, sich die Reisemusik nach dem Ziel zusammenzustellen. Beim letzten Mal hat mir noch das Ursprungs-Land des Künstlers gereicht, dieses mal wollte ich genauer hinhören und darauf achten, Musik aus den Orten zu nehmen, die wir besuchen. Was gar nicht immer so einfach ist, oder kennt jemand von euch eine Band aus Grand Canyon Village, Arizona, oder Mount Carmel Junction, Utah? Der Großteil der Westküstenmusik stammt nun mal aus L.A. oder der San Francisco Bay Area, obwohl wir ironischerweise gerade dort gar nicht mit dem Auto umherfahren werden. Aber die psychedelische Rockmusik von Jefferson Airplane, Grateful Dead, The Doors und Hendrix (obwohl der aus Seattle stammt) und meinen neuen Lieblingen Quicksilver Messenger Service taugt ebenso für ausgedehnte Wüstenfahrten wie kerniges Zeuch à la Steppenwolf, Guns n‘ Roses, Audioslave oder gar Kyuss (aus Palm Desert, California!).

Auch wenn ich im Blick auf diese und die letzte USA-Reise das Gefühl habe, bald alles Wichtige gesehen zu haben, weiß ich jetzt schon, dass mich noch weitere USA-Touren reizen würden: natürlich der Frontier-Klassiker, von Chicago aus geradewegs westwärts bis in die Rocky Mountains; aber auch eine Expedition Richtung „Dirty South“, quer durch die Sümpfe der alten Südstaaten und den Mississippi rauf bis Memphis, gäbe musikalisch einiges her…

Aber geplant wird frühestens wieder nächstes Jahr. Jetzt fahre ich erst mal in den Urlaub!