On The Road Again

Auf dem Weg von Vegas zum Grand Canyon biegen wir von der Interstate 40 ab auf die legendäre Route 66. Als die Interstate 1984 gebaut wurde verlor die heutige Kultstraße an Bedeutung, sogar die „Arizona 66“-Schilder wurden abmontiert. Dem Einsatz einiger Anrainer in Ortschaften wie Peach Springs und Seligman ist es zu verdanken, dass die Straße nun als „Historic Route 66“ geführt wird. Mehr als harmlose Touristenattraktionen sind von den Städtchen trotzdem nicht übrig geblieben.

Das richtige Route-66-Feeling kommt auch erst auf, wenn man die passende Musik auflegt. Zum Beispiel „La Grange“ von ZZ Top (auch wenn die aus Texas stammen; beste Grüße an dieser Stelle an den Herrn mit der ZZ Top Vinyl-Sammlung!) oder das unvermeidliche „Born To Be Wild“ von Steppenwolf.

Oder aber man legt einen Stopp bei John ein, dort wo die echten Biker auch im Vorbeifahren einen Ehrengruß hupen. John betreibt ein Route-66-Kuriositätenmuseum mit Souvenirladen im ehemaligen Hackberry General Store, einem einsamen Gebäude aus dem Jahr 1935. Davor stehen stilecht ein vollständig durchgerosteter Oldtimer aus der gleichen Zeit, einige Retro-Zapfsäulen und ein paar auf Hochglanz polierte Sportwagen der 50er und 60er. John ist selbst auch nicht mehr das jüngste Modell, das weise Gesicht mit dem grauen Vollbart verrät, dass er schon einige Male die Route 66 rauf und runter gefahren ist.

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Alles in allem wirkt der Route-66-Tourismus eher improvisiert. Ein paar originale Überbleibsel aus besseren Zeiten werden gemischt mit allem, was zum „On The Road“-Thema passt. Großzügig verwertet wird natürlich auch der Disney/Pixar-Animationsfilm „Cars“, in dem die putzigen Autos die Hauptrolle spielen und der seine Inspirationen genau aus diesem Stück der Route gezogen hat. Das Improvisierte wirkt hier aber doch ganz charmant:

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