Crap Traffic

Als ich 1988 einen Tagesausflug nach Ost-Berlin machte prägte ich einen Satz, den meine Mutter bis heute nicht vergessen hat: „Wo ist denn hier der Ausgang?“ Ich kam mir vor wie in dem langweiligsten und tristesten aller Freizeitparks, und ich wollte nur wieder raus.

Nun ist Tijuana bezüglich der Tristesse ungefähr das Gegenteil von Ost-Berlin. Trotzdem beschlich mich heute das gleiche Gefühl wie damals.

Direkt nach dem Grenzübergang (Richtung Mexiko interessiert sich niemand für Deinen Pass) waren wir in der Hauptstadt des Touri-Nepp angekommen. „Hello guys, welcome to Mexico, come into my store, we have good deals, everything one dollar, buy something you don’t need, 100% off, you don’t need to buy anything, just have a look, everything real original imitations, maybe you come back later… „

Nichts kostet nur einen Dollar, und selbst wenn man möchte findet man kein interessantes Souvenir. Eine kleine Ahnung von Mexiko bekommen wir erst, als wir abseits der Hauptstraße umherlaufen und in einer normalen Imbissbude beim Einkaufszentrum, wo die Bedienung angenehmerweise kein Englisch spricht, Margaritas trinken.

Danach geht’s rückwärts durch den Trubel („My friends, you decided to come back, want a sombrero…?“) und ab zum Grenzübergang. Bei der Einreise in die USA muss man 30 Minuten anstehen, Pass vorzeigen, die üblichen Fragen beantworten (Highlight dieses Mal: „What car do you drive in Germany?“), aber alles sehr nett und die Gepäckkontrolle hätte ich mir ausführlicher vorgestellt.

Aber ich verstehe jetzt, warum der Grenzzaun so hoch ist. Ich würde den ganzen Souvenir-Müll auch nicht in meinem Land haben wollen.