Anreiseentäuschungen

Äh, die Sitzplätze auf unseren Bordkarten liegen ja gar nicht nebeneinander! Was ist denn mit unseren schon vor Monaten wohlgewählten und online reservierten Plätzen geworden? Die Antwort ist bestechend einfach: die Plätze waren nicht reserviert, sondern nur „requested“. Wir hätten sie 24 Stunden vor Abflug bestätigen müssen. Und weil der Flug ausgebucht ist gibt es auch keine nebeneinander liegenden freien Sitze mehr…

Das nenne ich einen gelungenen Reise-Auftakt. Dank des freundlichen Personals und etwas Sitzplatztauscherei konnten wir dann doch noch zusammen sitzen, aber natürlich nicht am Fenster. Wenigstens konnte ich meine Beine in den Gang ausstrecken. Und auch ansonsten waren wir mit Virgin Atlantic, mit denen wir zum ersten Mal geflogen sind, sehr zufrieden: Essen, Unterhaltungsprogramm und Personalfreundlichkeit waren allesamt im grünen Bereich. Mein Filmprogramm auf 11 Stunden Flug von London nach L.A.:

  • Battle Los Angeles: durchschnittlicher patriotischer Militär-Knallbumm a la Black Hawk Down mit Alieninvasion. Am Ende des Films liegt unser Reiseziel in Schutt und Asche.
  • True Grit: karger Neo-Western mit einem beeindruckend nuschelnden Jeff Bridges als abgehalfteter Anti-Held. Die Story ist Nebensache; die charakterzeichnenden Untertöne, deretwegen vermutlich alle den Film so abfeiern, sind mir wegen der Nuschelei leider etwas entgangen.
  • Hannah: Jason Bourne meets Lola rennt: leicht abgefahrene, teils Videoclip-mäßige Inszenierung (auch wegen der Techno-Filmmusik der Chemical Brothers) der alten Geschichte: untergetauchter Superagent kehrt heim, um mit seiner Vergangenheit aufzuräumen. Im Mittelpunkt steht dieses Mal allerdings seine bisher in Isolation herangewachsene und ebenfalls mit Superagentenfähigkeiten ausgestattete Tochter, die recht unbedarft der ihr unbekannten Zivilisation begegnet.  Prädikat: empfehlenswert; und die erste gute Überaschung dieser Reise

Der Flug war also kurzweilig, und als wir gegen 19 Uhr Ortszeit (nachts um 3 nach unserer Zeit) landeten, waren wir erstaunlich fit. Customs und Border Control verlief ohne nennenswerte Zwischälle. Die Entscheidung, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Hotel zu reisen, kostete uns dagegen weitere 2:15 Stunden, davon eine Stunde warten an Metro-Bahnsteigen, und einschließlich einiger Verwirrung um das lokale Fahrkartensystem, zu dem auch die Ortsansässigen wenig definitive Auskunft geben konnten.

Am Ende unserer kleinen Odyssee stand als Entschädigung ein sehr passables und sauberes Hotel, und unser Zimmer mit bequemen Bett ist sogar im obersten, 15. Stockwerk. Die Aussicht ist berauschend:

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