The Liberty of NYC

New York, New York, is everything they say
and no place I’d rather be
Where else can you do half a million things
all at a quarter to three…

„The Heart of Rock & Roll“ – Huey Lewis & The News

Als wir mit dem Bus nach Manhattan reinfuhren überkam mich schon ein „großes“ Gefühl… blockweise ging’s die durchnummerierten Straßen hinunter, ich hatte Liedtexte und Filmzitate im Ohr. „Across 110th Street“ zu hören, während man die 110. Strasse überquert, das hat einfach was. Zumindest, wenn man zum ersten Mal in New York ist ;-)

Ich war etwas überrascht, wie heruntergekommen manche Ecken von Manhattan sind. Die ersten Schritte auf den überfüllten Straßen waren für mich zugegebenermaßen etwas wackelig. Ich bin ja nun kein Landei (mehr), aber das sind doch verdammt viele Menschen, die hier an einem vorbeirauschen. Wenn ich auf den ersten Blick aussehe, wie ein Tourist, dann fühle ich mich verwundbar. Nach etwas Akklimatisierung ging es dann aber. Wenn man sein Gepäck sicher untergestellt weiß, dann fühlt man sich schon nicht mehr ganz so entwurzelt…

billfrisellNach einem Spätnachmittag am neonbeleuchteten Times Square, in dessen Nähe wir vorerst wohnten, ging es Abends in die sehr gediegene New York City Winery. Ich hatte da mal was vorbereitet – nicht nur eine Tischreservierung, sondern gleichzeitig einen bühnennahen Sitzplatz für das Konzert von Bill Frisell, der inzwischen schon zu den Altmeistern der Jazzgitarristen gehört und seine charakteristische Mischung aus Avant Garde, Soundscapes und Country zum Besten gab – ein Konzertbericht folgt beizeiten. Zur Livemusik im eher clubgroßen Lokal ausgesuchten Wein und wohlkomponiertes Dinner zu genießen war perfekt, dagegen sind unsere Sitzreihen- oder Stehkonzerte echt ungemütlich. Der Abend war ein New York Highlight gleich zu Beginn.

statuesAm nächsten Tag sind wir dann auch zum regulären Touri-Programm übergegangen: Statue of Liberty, Ellis Island, World Trade Center & 9/11. Für die Bootstour zur Freiheitsstatue muss man in der Tat einen ganzen Tag einplanen (hōr‘ auf Deinen Reiseführer), aber es lohnt sich, wenn man die Zeit aufbringen kann. Die Geschichte des Kolosses der Freiheit wird interessant aufbereitert, der Blick von der Aussichtsplattform tritt dabei fast in den Hintergrund. Ellis Island war weniger spektakulär, versetzt den Besucher aber mit Zeitdokumenten in die Jahrzehnte der Masseneinwanderungen zurück.

Am früheren World Trade Center ist immer noch eine große, abgeschirmte Baustelle ohne erkennbaren Fortschritt; obwohl drumherum neue Wolkenkratzer entstehen ist vom Freedom Tower noch nichts zu sehen. Ein kleines, sehr modernes Informationszentrum stellt die Pläne für das 9/11 Memorial vor. Und morgen heute ist der 11. September… mal sehen, wie sich das in der Stadt bemerkbar macht.

beamWirklich beeindruckend war ein einfaches Denkmal: zwei Lichtstrahlen oder besser gigantische Lichtsäulen strahlen gen Himmel und erinnern an die beiden eingestürzten Wolkenkratzer. Schlicht, aber wirkungsvoll, Strahlen vom Himmel kennt man eigentlich nur aus SciFi-Filmen. Daher verwundert auch nur ein bisschen, dass am Ground Zero Aktivisten mit einem großen Schild die unbedarften Besucher über die wahren Hintergründe aufklärten: „Beam weapons destroyed the WTC“.