Revolution in Boston

Ein Reisebericht aus dem Bus nach New York – ja, hier haben sogar die Reisebusse freien WLAN-Zugang…

Unser Flug von Stuttgart via London nach Boston verlief reibungslos. American Airlines wird zwar nicht meine Lieblingsairline – keine Glotze direkt am Sitz, die Stewardessen waren bis auf eine nur mäßig aufmerksam, und der Gin Tonic sollte $6 kosten (SKANDAL!) – aber ihren wesentlichen Job (fliegen) haben sie gut gemacht.

In Boston wurden wir dann freundlichst empfangen, wir wohnten ja bei Verwandten, was zu so manchem Insider-Tip und ein paar exzellente Einladungen führte, z.B. ins „Top of the Hub“, ein Restaurant mit „nettem“ Panorama im 52. Stock des Prudential Center.

Boston selbst merkt man seine europäischen Wurzeln stark an. Vor allem ist die Stadt aber geprägt durch seine historischen Figuren, die eine große Rolle in der Revolution gegen das einst herrschende britische Empire spielten und deren Aktionen direkt zur Unabhängigkeit der USA führten. Namen wie Samuel Adams, John Hancock, Paul Revere, Benjamin Franklin begegnet man nicht nur auf historischen Touren (und ihren Grabsteinen), einige von Ihnen haben auch die Unabhängigkeitserklärung mit unterzeichnet. Auch ein Kind Bostons ist ein späterer Weltpolitiker, John F. Kennedy, und die Stadt stand noch sichtlich unter dem Eindruck des kürzlichen Todes seines jüngeren Bruders Teddy.

Boston ist von seinen Sehenswürdigkeiten wenig spektakulär, versteht es aber, seine Geschichte gut und interessant aufzubereiten. Der Freedom Trail, eine rote Linie, die sich an allen wichtigen Orten vorbei durch die Innenstadt zieht, war auch für uns eine Stadtführungsleitlinie. Boston ist eine Fußgängerstadt, aber ein leicht nutzbares U-Bahn-Netz („The T“) erleichtert die Langstrecken-Fortbewegung. Über einen Fahrpreis von $1,70 pro Fahrt können wir Stuttgarter nur schmunzeln.

Neben den historischen Gebäuden und Denkmälern war das New England Holocaust Memorial ein sehr beeindruckendes und gleichermaßen unaufdringliches Mahnmal. Sechs Glastürme symbolisieren die Kamine der sechs Vernichtungslager, sechs Millionen in das Glas eingeätzte Nummern erinnern an die Opfer, und Zitate von Überlebenden beeindrucken und berühren. Es ist die schönste Gedenkstätte dieser Art, die ich bisher gesehen habe.

Natürlich mussten wir auch Harvard einen Besuch abstatten (s. Foto). Der Campus der Traditions- und Eliteuniversität strahlt Ehrwürdigkeit aus, aber die Studenten von heute (20.000 studieren hier) machten auf den ersten Blick einen ganz normalen Eindruck. Vielleicht sollten wir von der HdM mal einen Austausch organisieren… ;-)

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PS: Dunkin‘ Donuts, Bruegger’s Bagel Bakery, Peanut Butter Cups – wir lieben die USA! :D