Operation Kakerlake

Klar, warum nicht: letzter Tag in Miami. Es ist heiß, es ist feucht, der South Beach ist großartig, der Ocean Drive leuchtet nachts in voller Neonpracht, während die Mustangposer mit Unterbodenbeleuchtung auf- und ableuchten. Downtown Miami ist zwar schick, aber irgendwie auch unspektakulär; wir vermissen die 5th Avenue.

Heute zum letzten Mal ausschlafen, Wecker noch mal ausschalten, entspannt aufstehen, und dann AAAAAHHHH!!! Kakerlakenalarm. Unser persönliches Exemplar ist voll ausgewachsen, sitzt auf dem Handtuchhalter und scannt mit langen Antennen die Umgebung, um dann langsam die Wand hochzuklettern.

Während ich schlaftrunken und mit unklarem Blick überlege, wie ich einen ekligen Fleck an der sauberen Wand vermeide, kommt eine dunkle Erinnerung an letzte Nacht, wo ich im Schlaf den Eindruck hatte, als würde irgendwas meinen Arm entlang krabbeln. Mein Traumhirn hat daraus zum Glück einen kleinen Gecko gemacht, von denen wir hier in Florida viele sehen. Wer weiß, was es wirklich war… *brrrr*

Aber jetzt konzentrieren. Her mit den Adidas-Tretern (nein, nicht die neu gekauften!), die Kakerlake von der Wand geschubst und das sofort in Höchstbeschleunigung über den Boden rasende Biest (dagegen können die Mustangs abstinken) mit einem lauten Knall ein für alle Mal gestoppt. Das Schreien von Caro, die abgewandt auf dem Bett steht, spielt sich zum Glück in Frequenzbereichen ab, die ich sowieso nicht mehr höre.

Operation gelungen, Patient tot. So soll es sein. Der Fleck hält sich übrigens in Grenzen, aber bäääh! Held sein ist nicht einfach, wurgs. Vielleicht freue ich mich doch auf zu Hause. Aber nur ein ganz bisschen.