Die Luftschlacht um Sanibel Island

Aaaah, Strand. Erholung für die in den Metropolen plattgelaufenen Füße. Abkühlung für die von der Sonne aufgeheizten Köpfe.

Pelikane rocken, Dude! Wie sie auf dem Wasser kreuzen wie ein Schlachtschiff; schwerfällig (verglichen mit den Jagdfliegermöwen) breiten sie ihre weiten Schwingen aus, nehmen langsam, aber unhaltbar wie eine Lokomotive an Fahrt auf, dann der eher komische Moment, wo sie mit ihren Plattfüßen über das Wasser watscheln, um endlich abzuheben, ihr Kampfgewicht vom Boden abzustoßen, um dann wie ein schwerer Bomber knapp über der Wasserkante und tief unter dem Radar nach ihrer Beute zu suchen. Wenn sie einen Fischschwarm finden, die einem im strandnahen Flachwasser zahlreich um die Beine schwimmen, dann stoßen sie ziemlich wendig durch die Wasseroberfläche, ohne sich allerdings um Kollateralschäden zu kümmern: Masse statt Klasse, einen ganzen Pelikanschnabel voller Meerwasser, wird schon was Leckeres drin sein!

Wir sind abgeschnitten vom Rest der Welt. Als wir gestern nach Mitternacht vom Kennedy Space Center (wo wir einem erfahrenen Astronauten die Hand geschüttelt und dem auf einer 747 geschultertem Space Shuttle Discovery beim Landeanflug gewunken haben) kommend das westliche Ende des floridanischen Festlandes erreicht hatten, mussten wir sechs Dollar berappen, um über die Brücke fahren zu dürfen. Damit war klar, dass wir vorerst nicht zurückfahren.

Nach einem herrlichen Strandnachmittag konnten wir beobachten, wie vom Festland her ein fettes Gewitter über die Bucht heranzieht. Die Hochhäuser am gegenüberliegenden Strand verschwanden hinter den Regenvorhängen, unter dem Nebel des verdampfenden Niederschlags. Mordsblitze rasten zur Erde – ein etwas seltsames Gefühl, wenn man gerade im Wasser sitzt -, und der Donner kam rasch näher. Kaum zu Hause wurde das Rauschen der Dusche vom Rauschen des Regens übertönt. Kurz, heftig, tropisch. Ein paar grummelnde Knalle, und dann Peng: Stromausfall. Ganz normal auf einer Insel, meinen unsere Vermieter.
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